Mit der Energie gehen

Wenn wir erschöpft sind oder uns ausgebracht fühlen, dann hat das immer mit unserer Energie zu tun.

Wir alle haben 100% Energie. Jeder und jede von uns hat ein unterschiedliches Level an Energie. Manche von uns haben mehr Energie als andere.

Wenn wir dauerhaft mehr Energie verlieren als wir gewinnen, fühlen wir uns erschöpft. Unser Akku ist leer.

Daher ist es entscheidend, dass wir herausfinden, was oder wer uns Energie gibt, und wer oder was uns Energie nimmt.

Energie geben tut uns alles, was uns gut tut. Das können Aktivitäten ganz verschiedener Art sein, aber auch ein gutes Gespräch.

Wir können uns auch selbst Energie geben, durch Erinnerungen an schöne Erlebnisse oder liebe Menschen. Diese Gedanken stärken uns, wenn es uns mal nicht so gut geht. Wir können auch auf schöne Erlebnisse hoffen, ohne zu viel zu erwarten. Wir können nie genau wissen, was passieren wird, aber es tut uns gut, optimistisch zu sein.

Und was uns immer Energie gibt, ist, das Leben nicht so ernst zu nehmen. Humor hilft in allen Lebenslagen!

Letztendlich bestimmt unsere Einstellung langfristig über unser Energielevel. Je offener wir sind, desto eher finden wir Energiequellen.

Wir können uns gar nicht dauerhaft erschöpfen, wenn wir dranbleiben und nach Menschen und Aktivitäten schauen, die uns immer wieder Energie geben.

Das unperfekte Leben macht uns spontan

Oft verläuft unser Leben anders als wir es geplant hatten. Menschen verhalten sich anders als erwartet, Pläne verändern sich oder lösen sich auf.

Dabei kann es uns helfen, wenn wir uns mehr und mehr darin üben, Vorstellungen, Ideen und Wünsche loszulassen. Denn fixe Ideen machen uns innerlich abhängig von einem bestimmten Endzustand. Das engt uns mental ein und macht unfrei.

Viel schöner fühlt es sich hingegen an, wenn wir uns gänzlich von Vorstellungen beginnen zu lösen oder uns mehrere mögliche Szenarien vorstellen.

Oft haben unsere Vorstellungen mit anderen Menschen zu tun. Alle Menschen haben verschiedene Facetten, welche wir im Laufe von Begegnungen kennen lernen. Und genau diese Facetten machen Beziehungen so spannend, aber auch unvorhersehbar.

Es ist jedoch mit anderen Menschen und in unserem Leben generell so, dass immer etwas passiert. So, wie es in natürlichen Ökosystemen keinen Stillstand gibt, sondern stetige Veränderung, ist es auch mit unserem Körper, unserer Seele und unseren Beziehungen so, dass diese sich ständig verändern. Es passiert immer etwas.

Wenn wir uns der Veränderung öffnen, gelingt uns das am ehesten, wenn wir spontan sind. Das können wir erreichen durch das Loslassen von fixen Ideen und wünschen. Durch das Loslassen entsteht eine positive Leere und so ein Raum, in dem Leben geschehen kann.

Unser innerer Frieden

Frieden mit uns selbst lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Innerer Frieden stellt sich dann ein, wenn wir ganz bei uns selbst sind. In solch einer inneren Ruhe und damit einer inneren Balance ist es uns möglich, kluge Entscheidungen zu treffen und wirklich produktiv unser Leben zu gestalten. Diese Produktivität kann uns in ein erfülltes Leben bringen. In diesen Momenten des inneren Friedens planen wir nicht, wir hegen keine Phantasien, Vorstellungen oder Wünsche. Wir haben auch keine Vorurteile und verurteilen auch uns selbst nicht. Wir sind nicht getrieben von starken Gefühlen, aber auch nicht von Gedanken. Wir sind in einem Zustand des inneren Gleichgewichts, in dem wir uns die Welt um uns herum einfach in Ordnung sind. Der Schlüssel zum Frieden liegt in unserem Inneren Der Weg zum inneren Frieden, und damit auch zum Genießen des Moments, geht über das Fühlen von Gefühlen. Wenn wir dauerhaft Gefühle unterdrücken oder abbrechen, kann sich kein innerer Frieden einstellen. Das kommt daher, weil Gefühle wahrgenommen werden wollen. Werden sie das nicht, kehren sie immer wieder, auf die eine oder andere Weise. Der Schlüssel liegt also im Durchfühlen auch von unangenehmen Gefühlen. Ist der erste unangenehme Moment des Fühlens überwunden, kann sich eine neue Wahrnehmung der Wirklichkeit einstellen.

Verzweiflung birgt Hoffnung

Manchmal haben wir das Gefühl, dass es nicht mehr weiter geht. Nichts bewegt sich, wir fühlen uns wie gefangen in uns selbst. Oder noch schlimmer, wir haben vielleicht gar kein Gefühl mehr, ein Gefühl der Gefühllosigkeit. Es gibt ein Entkommen aus dem eigenen Selbst. Wir haben uns schließlich immer mit dabei, egal wohin wir gehen.

Verzweiflung bringt uns nahe an den mentalen Abgrund

Dann kann sich leicht ein Gefühl von Verzweiflung einstellen, da es gefühlt keinen Horizont mehr gibt, keine Perspektive, keine Hoffnung. 

Verzweiflung ist jedoch, wie alles andere auch, „nur“ ein Gefühl. Und das bedeutet zum Einen, dass es vorbei geht (auch wenn es wiederkommen mag), und zum Anderen auch, dass wir eine gewisse Steuerungsmöglichkeit haben. Denn wir können unsere Gefühle verändern. Sie zuzulassen ist wichtig, aber dann können wir etwas damit anfangen.

Von der Verzweiflung ins Leben

Schauen wir auf die vermeintliche Hoffnungslosigkeit. Es gibt immer Möglichkeiten, Ideen, Lösungen. Wir müssen sie nur sehen, und Gelegenheiten lernen zu ergreifen.

Dann kann sich die Verzweiflung „wieder schlafen gehen“, denn wie jedes andere Gefühl auch, oder jeder mentale Zustand, will uns etwas mitteilen. Wenn wir dahin schauen, können wir verändern. So werden wir aktiv und können unser Leben gestalten. Denn letztlich will auch die Verzweiflung uns nur den Weg ins Leben anzeigen.

Über den Nutzen der Angst

Angst ist ein sehr bedeutsames Gefühl. Sie bringt uns dazu, aufmerksam und vorsichtig zu sein. Sie schärft unsere Wahrnehmung und macht uns wach, da sie unser Leben schützen will. Daher können Ängste als sehr stark empfunden werden. Angst bindet daher auch große Energien und beinhaltet daher ein großes Potenzial.

Die Ängste unserer Vorfahren

Im Extremfall zeigt uns die Angst auf, dass es um unser Leben geht. Unsere Vorfahren haben Angst erlebt, wenn ihr Leben bedroht war. Sie lebten in überschaubaren kleinen Gruppen in der Wildnis und empfanden Angst zum Beispiel dann, wenn sie bei der Jagd auf den bekannten Säbelzahntiger trafen. Die Angst löste dann in ihnen aus, dass sie entweder kämpfen oder fliehen sollen. Sie führte auf jeden Fall dazu, etwas zu tun. Es ging hierbei um eine reale Lebensbedrohung, um Sein oder Nicht-Sein, Leben oder nicht Leben.

Die Ängste der Gegenwart

In der heutigen Zeit passiert es uns allerdings äußerst selten im Alltag, dass wir aufgrund von akuter Lebensgefahr kämpfen oder fliehen müssen. Heutige Ängste entstehen eher aus ganz anderen Gründen: Leben in eng bebauten Städten mit wenig Natur in der Nähe, ein Beruf mit unübersichtlichen Strukturen und zunehmend mehr Aufgaben und Anforderungen, Freizeitstress, täglicher Medienkonsum, man sieht täglich viele Menschen auf der Straße, dazu kommen viele Geräusche vom Verkehr, der Werbung, den Nachbarn, aber auch das eigene Smartphone bietet viele Möglichkeiten zur Reizüberflutung. Das Leben unserer Vorfahren war in vielerlei Hinsicht hart und unerbittlich, aber abseits des Säbelzahntigers oder ähnlichen Gefahren – denen sie nicht täglich ausgesetzt waren – gab es wenig Anlass zur Angst. Das Leben war im Allgemeinen recht übersichtlich.

Ich glaube, dass die komplexe Welt, in der wir heute leben, uns zunehmend überfordert. Daher ist es an uns, zu lernen, damit umzugehen. Unser Leben heute ist nicht mehr so übersichtlich, da wir ständig Informationen ausgesetzt sind sowie Entwicklungen – wie Digitalisierung und Globalisierung – die sich direkt auf unser Leben auswirken, auf die wir aber keinen Einfluss haben. Das Zuviel an Information und die Unübersichtlichkeit dieser Welt können dazu führen, dass wir das Gefühl haben, unser Leben nicht aktiv gestalten zu können. Ängste können dann entstehen, wenn wir uns fremdgesteuert fühlen und nicht sehen, wie wir eine Lösung finden können. Wir fühlen, dass wir die Kontrolle und den Überblick verlieren. Aus dieser Überforderung können Ängste entstehen. Diese können sich dann in Sorgen, Grübeln, Nervosität oder Anspannung äußern. Ich glaube, dass dies auf Dauer auch zu Stress führt.

Aus der Angst ins Leben

Angst hält uns auf Dauer vom Leben ab, weil sie uns hemmt und blockiert. Das ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Das Gegenteil von Angst ist für mich der Mut. Wenn wir mutig handeln, können wir Ängste überwinden. Und können dann vielleicht feststellen, dass wir gar keine Angst mehr haben.

In einer unübersichtlichen Welt können wir uns zurechtfinden, wenn wir unser Leben einfacher gestalten.

Hier kommen dazu ein paar Ideen von mir:

  • Weniger Beziehungen zu Menschen, dafür echte Begegnungen
  • Weniger Reisen, dafür mehr genießen
  • Auch mal alleine sein und mit sich selbst Zeit verbringen
  • Das Smartphone ausschalten (vielleicht erstmal für ein paar Stunden)
  • Selbst etwas Kochen, anstatt es To-Go zu besorgen
  • Einen Kaffee in einem Café genießen, in einer echten Porzellantasse und gemütlicher Atmosphäre
  • Mit dem Gärtnern anfangen (geht auch auf der Fensterbank)
  • Meditieren lernen

Und für Fortgeschrittene: Einfach mal nichts tun.