Empathie bringt uns voran

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Dies macht uns zu sozialen Wesen und führt zu einem kooperativen Miteinander. Wenn wir empathisch sind, heißt das nicht, dass wir alle Emotionen unseres Gegenübers nachfühlen müssen, aber wir können die Gefühle und das, was unsere Mitmenschen bewegt, nachvollziehen und entsprechend reagieren. Empathie ist die Basis einer gelingenden Kommunikation und verbessert damit unsere Beziehungen generell oder erhält sie aufrecht.

Empathie ist eine tolle Fähigkeit, welche uns mit anderen verbindet. Eng damit verbunden ist die Fähigkeit, sich in sich selbst einzufühlen und über unser eigenes Erleben und Verhalten nachzudenken. Das nennen wir Selbstreflexion.

Hinzu kommt, dass Empathie uns resilienter macht, da wir uns in einem sozialen Netzwerk sicher & wohl fühlen können.

Empathie und Selbstreflexion hat nicht jeder

Leider haben manche Menschen wenig Empathie und kaum Selbstreflexion. Dies äußert sich zum Beispiel in egozentriertem, also sich selbst ständig in den Mittelpunkt rückenden Verhalten, oder in allgemein rücksichtslosem Verhalten. Diese Menschen können meist nicht gut zuhören und es kommt oft nicht zu Dialogen, sondern diese Menschen führen Monologe vor anderen. Eine Diskussion mit sachlichem Austausch von Argumenten ist kaum möglich. Sie sind oft nachtragend und sind schnell beleidigt, da sie kaum kritikfähig sind. Daher kommt es schnell zu Konflikten oder unangenehmen Situationen. Es ist schwierig, mit diesen Menschen echte zwischenmenschliche Begegnungen zu haben, da sie selbst mit sich selbst kaum in Kontakt stehen. Daher nehmen uns diese Menschen in der Begegnung oft mehr Energie als sie uns geben, wenn wir nicht aufpassen. Wir bezeichnen sie daher auch als schwierig und anstrengend oder unflexibel.

Ich glaube, dass diese Menschen in ihrem Leben wenig Möglichkeiten hatten, Empathie zu entwickeln. Dies mag oft auf ihre eigene Geschichte zurückgehen, da Kinder erst ab dem Vorschulalter Empathie entwickeln und um diese Fähigkeit weiter zu kultivieren braucht es ein Umfeld, welches das ermöglicht. Dies soll allerdings keine Entschuldigung sein für das Fehlverhalten im Erwachsenenalter, doch vielleicht lässt es uns mit etwas Milde auf diese Menschen schauen.

Empathie mit uns selbst

Im Umgang mit anderen Menschen müssen wir immer zuallererst darauf schauen, dass es uns selbst gut geht. Dies ist keine Egozentrik, sondern gesunder Egoismus. Wenn wir für uns selbst gut sorgen, dann können wir auch empathisch mit anderen Menschen umgehen.

Doch wie gehen wir konstruktiv mit Menschen um, die so ganz anders denken als wir, aber leider nicht auf die empathische Weise kommunizieren und leben, wie wir es tun?

Der Umgang mit „schwierigen“ Menschen

Ich glaube, dass es mit fast jedem Menschen möglich ist, eine Schnittstelle, ein Thema, eine Situation, eine Aktion, ein Umfeld der Begegnung zu finden, welches es für uns – wenn nicht angenehm, dann zumindest neutral – diese Begegnung gestalten lässt.

Vielleicht gehen wir einfach mal kreativ, ohne Vorurteile, ohne Vorstellungen über „richtiges“ Verhalten und unbelastet an den Menschen heran. Nutzen wir doch unsere Empathie als Vorteil, um den zwischenmenschlichen Kontakt auf gewinnbringende (oder zumindest neutrale) Weise zu gestalten.

Wir können dies als kleine Herausforderung betrachten, welche es zu meistern gilt. Und vielleicht sind wir dann überrascht, was sich alles Neues ergeben kann. Ein neuer Blickwinkel öffnet manchmal ganz neue Türen.

Resilienz – Unsere innere Stärke

Wir alle tragen Energien in uns, welche wir auf ganz verschiedene Weise nutzen können. Manche Menschen haben mehr Energie, andere weniger. Aber wir alle haben Energien. Wir können unsere Energien einsetzen, um unser Leben zu gestalten. Unsere Gedanken und Gefühle begleiten uns dabei und sie können uns Energie geben oder weg nehmen.

Energiefresser und Energiespender

Manche beschreiben andere Menschen als Energiefresser oder Energiespender. Sie glauben also, dass Menschen einem die eigene Energie weg nehmen oder Energie schenken. Das ist sehr allgemeine Betrachtung, die wenig Spielraum für Erweiterungen lässt. Ich glaube, dass diese Betrachtung nicht weit genug geht.

Je nachdem, was in uns selbst vorgeht, können andere Menschen uns Energien nehmen oder geben. Es ist eine Frage, wie wir einander begegnen. Und daher kommt es auf die Kommunikation an, und auf unsere Vorstellungen und Erwartungen. Wir können nicht mit jedem Menschen über alles reden. Wenn wir das jedoch versuchen, verzetteln wir uns innerlich oder verlieren uns sogar. Es kommt daher darauf an, welchen Kontakt wir zu uns selbst haben.

Wir suchen Resonanz

Ein Problem tritt dann auf, wenn unsere Energie nicht auf Resonanz trifft. Das betrifft vor allem zwischenmenschliche Beziehungen. Oder anders gesprochen, wenn unsere Umwelt nicht reagiert auf unsere Ideen, Gedanken oder Anregungen. Wenn dies auf Dauer passiert, dann verlieren wir immer mehr Energie. Resonanz bedeutet ein Geben des Anderen, welchem wir zuvor gegeben haben. Es handelt sich also um ein Gleichgewicht. Wenn wir jedoch dauerhaft mehr geben als nehmen, dann kommen wir aus dem Gleichgewicht und verlieren unsere Energie.

Die Natur als Vorbild

In der Natur strebt alles zum Gleichgewicht. In einem funktionierenden Ökosystem gibt es ein Geben und Nehmen. Es kommt immer wieder zum Ausgleich.

Daher sollten wir uns das Beispiel der Natur nehmen, um unsere Beziehungen zu gestalten. Kooperation bedeutet, dass es ein Gleichgewicht zwischen geben und nehmen auf beiden Seiten gibt. Und das hält auch uns im Gleichgewicht und wir behalten unsere Energie.